International Organizations

Die »digitale IO«: Chancen und Risiken von Online-Daten für die Forschung zu Internationalen Organisationen. Zeitschrift für Internationale Beziehungen, 25(1): 175-188. 2018. Journal page. (with Maria Debre)

Abstract: Die zunehmende Verfügbarkeit von Daten und Informationen von und über Internationale Organisationen (IOs) auf deren Webseiten hat zu einem grundlegenden Wandel der IO-Forschung in Bezug auf Empirie, Methodik und Forschungspraxis geführt. Seit das Studienobjekt IO nur noch einen Klick entfernt ist, ist die Analyse auch kleinerer, regionalen und vormals »black-boxed« IOs sowie der Trend weg von Einzelfallstudien und hin zu Sample-basierten, quantitativen Forschungsdesigns weit vorangeschritten. Allerdings bieten nicht alle IO-Webseiten die für eine cross-case-Analyse notwendigen Informationen in hinreichender Breite, historischer Rückschau sowie Qualität an. In diesem Forumsbeitrag diskutieren wir die Hinwendung zu einer »digitalen Empirie« in der IO-Forschung kritisch. Insbesondere reproduziert die gegenwärtige quantitative IO-Forschung einen Selektionsbias der vorherigen Generation qualitativer Forschung hin zu stark institutionalisierten, globalen und prominenten Organisationen – und unterminiert damit die Chancen und Potenziale einer »digitalen Empirie«. Wir plädieren daher für einen sorgfältigeren, kritischeren und reflektierteren Umgang mit online gewonnenen Informationen und Daten.